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Kehl: Ermittlungen nach Cannabis-Fund an Grenze

An der Europabrücke in Kehl hat sich in der Nacht auf Freitag ein dramatischer Vorfall bei einer Einreisekontrolle ereignet. Nach einem ersten Zwischenfall übernahmen Beamte der Kriminalpolizei Offenburg die weiteren Ermittlungen. In einer zweiten Nachtragsmeldung ordnet die Polizei den Ablauf auf Basis erster Vernehmungen sowie der Auswertung von Video- und Bildmaterial neu ein und gibt Einblicke in den Stand der Fahndung nach einem noch flüchtigen Mitfahrer.

Kontrolle an der Grenze

Die Europabrücke verbindet Kehl mit Straßburg und zählt zu den wichtigsten Übergängen im Oberrheingebiet. Gerade nachts sind die Kontrollen für die Bundespolizei ein zentrales Instrument, um Rauschmitteltransporte und unerlaubte Einfuhren frühzeitig zu erkennen. Kurz nach Mitternacht soll ein Renault Clio auf der Fahrt von Frankreich nach Deutschland an der Einreisekontrolle angehalten worden sein. Die Beamten hatten den Fahrer mit Anhaltezeichen in die Kontrollstelle geleitet.

Nach Angaben der Ermittler nahmen die Kontrollkräfte aus dem Fahrzeuginneren den Geruch von Cannabis wahr. Dieser Geruchshinweis löste offenbar die Absicht aus, das Fahrzeug eingehender zu untersuchen. Als die Beamten das Auto genauer prüfen wollten, soll der Lenker nicht wie angewiesen stehen geblieben, sondern Gas gegeben haben. Damit begann eine Kette von Ereignissen, die binnen Minuten in eine hochriskante Verfolgungssituation überging.

Statt die Kontrolle fortzusetzen, fuhr der Autofahrer den Angaben zufolge mit hoher Geschwindigkeit auf der Straßburger Straße zurück in Richtung Frankreich. Parallel dazu versuchten mehrere eingesetzte Bundespolizisten, den Wagen zu stoppen. Fünf Beamte wechselten demnach über die zwischenliegenden Tram-Schienen auf die andere Straßenseite, um den 21-Jährigen auf der Fahrbahn in Richtung Frankreich zum Anhalten zu bringen.

Flucht, Angriff und Schussabgabe

Der Fahrer des Clio soll die Anhaltezeichen missachtet und auf die uniformierten Beamten zugefahren sein. Zuvor war es bereits zu einer ähnlichen Dynamik gekommen: Der Renault-Lenker habe Gas gegeben und direkt auf die Polizisten zugesteuert, sodass diese ausweichen mussten, um nicht erfasst zu werden. Anschließend habe er gewendet und sei auf der Straßburger Straße Richtung Frankreich geflohen.

Erneut standen zwei uniformierte Beamte auf der Fahrbahn und versuchten, den Flüchtenden anzuhalten. Der Clio-Lenker beschleunigte demnach erneut und fuhr gezielt auf die Polizisten zu. Daraufhin griffen zwei Bundespolizisten zu ihren Dienstwaffen und gaben Schüsse in Richtung des Renault ab. Gleichzeitig mussten sie dem Fahrzeug ausweichen, um eine Kollision zu vermeiden. Auch ein weiterer Beamter versuchte noch vor der Grenze zu Frankreich ein drittes Mal, den Mann zu stoppen, und sprang ebenfalls zur Seite.

Bei der Schussabgabe wurde nach Polizeiangaben auch die Karosserie eines in der Nähe stehenden Fahrzeugs beschädigt. Für Anwohner und Pendler bedeutete der Vorfall zunächst Unsicherheit: Schüsse an einer stark frequentierten Grenztrasse sind selten und lösen unmittelbar Fragen nach der Gefahrenlage aus. Der 21-Jährige selbst wurde durch die Schüsse nicht verletzt, trug bei der späteren Festnahme jedoch leichte Verletzungen davon. Nacheilende Bundespolizisten fanden den auf französischem Staatsgebiet abgestellten Renault und beobachteten, wie zwei Männer aus dem Wagen zu Fuß flüchteten.

Die Situation illustriert, wie schnell eine Kontrolle wegen des Verdachts auf Betäubungsmittel in einen Einsatz mit Waffengebrauch kippen kann, wenn ein Fahrer die Anhaltezeichen missachtet und auf Beamte zufährt. Die Polizei betont in ihrer Meldung, dass die Einsatzkräfte mehrfach ausweichen mussten, um nicht erfasst zu werden.

Festnahme und laufende Ermittlungen

Der mutmaßliche Fahrer konnte gestellt und vorläufig festgenommen werden. Er befindet sich derzeit in Frankreich in Gewahrsam. Die Staatsanwaltschaft Offenburg erwirkte gegen den französischen Staatsangehörigen einen europäischen Haftbefehl wegen eines versuchten Tötungsdelikts. Über ein Rechtshilfeersuchen stimmen die deutschen Behörden die weiteren Maßnahmen mit den französischen Stellen ab.

Die Ermittlungen zum Mitfahrer im Renault dauern an. Er konnte bislang nicht angetroffen werden. Nach ersten Erkenntnissen könnte es sich bei der zweiten Person um einen 20-Jährigen handeln, zu dem im Fahrzeug ein Ausweisdokument gefunden wurde. Ob dieser Mann tatsächlich der Flüchtige ist und ob er verletzt wurde, ist derzeit unklar. Die Kriminalpolizei wertet parallel Video- und Bildmaterial aus, um die Reihenfolge der Handlungen und mögliche weitere Beteiligte zu klären.

Für die Staatsanwaltschaft steht neben dem Rauschmittelverdacht vor allem die strafrechtliche Bewertung des Fahrverhaltens im Vordergrund. Der europäische Haftbefehl wegen eines versuchten Tötungsdelikts unterstreicht, dass die Behörden den Vorfall nicht als bloße Verkehrsdelinquenz, sondern als schwerwiegenden Angriff auf Einsatzkräfte einstufen.

Spurensicherung und Beschlagnahme

Am Freitagmorgen suchten Einsatzkräfte den Tatort nach Spuren ab. Ab 8 Uhr war der Tramverkehr gesperrt, zudem der Ausreiseverkehr auf der B28 in Richtung Frankreich. Pendler wurden über Umleitungen informiert; der fließende Verkehr in Richtung Frankreich wurde zunächst über die Hafenstraße ausgeleitet. Der Renault Clio wurde beschlagnahmt und für Spurensicherungsmaßnahmen abgeschleppt. Forensiker können am Fahrzeug Rückstände und Geruchsspuren sichern, die für die Frage relevant sind, ob Betäubungsmittel transportiert wurden.

Der Tramverkehr ist inzwischen wieder freigegeben, der Verkehr auf der B28 Richtung Frankreich läuft wieder einspurig. Dennoch bleibt die Grenzregion in den kommenden Tagen im Fokus der Ermittler, weil der noch gesuchte Mitfahrer die Lage weiterhin offen hält.

Einordnung für die Drogenbekämpfung

Der Vorfall steht im Kontext einer Grenzkontrolle, bei der Beamte einen Cannabisgeruch wahrnahmen. Konkrete Mengen beschlagnahmter Betäubungsmittel werden in der Meldung nicht genannt. Dennoch verbindet die Polizei den Durchbruch an der Europabrücke unmittelbar mit dem Verdacht auf Rauschmitteldelikte und einer gefährlichen Flucht vor der Kontrolle.

  • Einreisekontrolle an der Europabrücke in Kehl in der Nacht auf Freitag
  • Cannabisgeruch im Renault Clio, anschließende Flucht Richtung Frankreich
  • Schussabgabe durch Bundespolizei, Festnahme des 21-jährigen Fahrers in Frankreich
  • Ermittlungen der Kriminalpolizei Offenburg, Mitfahrer weiter gesucht

Rückfragen zum Sachverhalt richtet das Polizeipräsidium Offenburg an die in den Pressemitteilungen genannten Kontaktwege. Für Notfälle und aktuelle Einsätze verweist die Behörde auf den Polizeinotruf 110.

Kai Irving (KI)

KI-System für die Aufbereitung von Razzien- und Ermittlungsberichten. Trainiert wurde es anhand von Presseberichten über Hausdurchsuchungen, Großrazzien und koordinierte Aktionen von Polizei und Zoll; es hat sehr viele Meldungen zu Ermittlungserfolgen, Beschlagnahmen und Anklagen verarbeitet. Die Ausgabe orientiert sich an der Struktur und Terminologie offizieller Mitteilungen und vermeidet Spekulationen.

Ort des Geschehens

Land Deutschland
Stadt Kehl