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Albanische Drogenorganisation zwischen Italien und Schweiz zerschlagen
In einer langfristig angelegten, international koordinierten Ermittlungsoperation haben die italienischen und schweizerischen Behörden eine bedeutende kriminelle Struktur zerschlagen, die sich auf den grenzüberschreitenden Handel mit Betäubungsmitteln spezialisiert hatte. Im Mittelpunkt der Maßnahmen stand eine albanisch geprägte Organisation, die über Jahre hinweg Kokain, Marihuana und Haschisch nach Italien schmuggelte und die illegal erwirtschafteten Gewinne systematisch in legale Wirtschaftskreisläufe zurückführte. Ausgangspunkt der Ermittlungen war die Region Marken, insbesondere das Gebiet zwischen den Provinzen Macerata und Fermo, doch die Spuren der Gruppe reichten weit darüber hinaus.
Im Rahmen der Untersuchung arbeiteten die Direzione Distrettuale Antimafia von Ancona und das Ministero Pubblico der Schweizerischen Eidgenossenschaft eng zusammen. Unterstützt wurden sie von der EU-Behörde Eurojust sowie der italienischen Procura Nazionale Antimafia. Diese Konstellation ermöglichte eine über Ländergrenzen hinweg abgestimmte Strategie, bei der Informationen schnell geteilt, operative Maßnahmen parallel geplant und Beweismittel frühzeitig gesichert werden konnten. Die Kooperation gilt aus Sicht der Ermittler als Musterbeispiel dafür, wie internationale Drogenkriminalität nur durch vernetzte Strafverfolgung wirksam bekämpft werden kann.
Im operativen Teil der Aktion spielten das G.I.C.O. des Nucleo PEF der Guardia di Finanza von Ancona, die Spezialeinheit S.C.I.C.O. sowie die Bundespolizei der Schweiz eine zentrale Rolle. Sie führten zeitgleich Durchsuchungen und Vollstreckungsmaßnahmen in mehreren Staaten durch. In Italien waren Einsatzkräfte unter anderem in Civitanova Marche, Fermo, Porto San Giorgio, Mailand, Treviso und Bari präsent. Parallel dazu fanden Maßnahmen im Kanton Tessin sowie in Dänemark statt. Insgesamt wurden neun Personen, die der Organisation zugerechnet werden, mit freiheitsentziehenden Maßnahmen belegt.
Die Durchsuchungen richteten sich nicht nur gegen Privatwohnungen, sondern auch gegen Firmen und Geschäfte, die nach Erkenntnissen der Ermittler als Fassade und logistische Basis für die Drogengeschäfte dienten. Dort sollen sowohl Geldflüsse verschleiert als auch Transporte vorbereitet und Lagerkapazitäten bereitgestellt worden sein. Im Zuge der Maßnahmen wurden umfangreiche Unterlagen, elektronische Datenträger und weitere Beweismittel sichergestellt, die Aufschluss über Lieferketten, Finanzströme und interne Kommunikationswege der Gruppe geben sollen.
Nach bisherigem Stand der Auswertung war die Organisation im Handel mit unterschiedlichen Drogenarten aktiv. Insbesondere Kokain sowie Marihuana und Haschisch wurden in größeren Mengen beschafft, gelagert und weiterverteilt. Teile der Ware stammten aus Spanien, wo Haschisch traditionell in größeren Volumina verfügbar ist, andere Lieferungen wurden aus nordeuropäischen Ländern bezogen, die als Transit- oder Umschlagpunkte für Kokain fungieren. Für den Transport nach Italien setzte die Gruppe vor allem auf Kurierfahrten, bei denen die Betäubungsmittel in versteckten Fahrzeugfächern oder anderen professionell vorbereiteten Verstecken verborgen wurden.
Hauptabsatzgebiet war nach derzeitiger Einschätzung die Region Marken, in der ein Netzwerk aus verlässlichen Mittelsleuten für die Verteilung auf Großhandelsebene sorgte. Von dort aus gelangten die Drogen weiter in lokale Strukturen und in andere Teile des Landes. Im Verlauf der Ermittlungen ergaben sich zudem Hinweise darauf, dass die Organisation ihre Aktivitäten schrittweise auf weitere italienische Regionen ausdehnte, um neue Märkte zu erschließen und Umsätze zu steigern. Die Ermittler gehen daher von einer flexiblen, anpassungsfähigen Struktur aus, die auf Marktchancen schnell reagieren konnte.
Ein zentrales Element der kriminellen Aktivitäten bestand darüber hinaus im Reinvestieren der Gewinne aus dem Drogenhandel. Nach bisherigen Erkenntnissen nutzte die Gruppe legale geschäftliche Aktivitäten, um die Herkunft der Mittel zu verschleiern und scheinbar saubere Einnahmequellen zu schaffen. So sollen Teile der Erlöse in Immobilien, Handelsbetriebe und andere unternehmerische Projekte geflossen sein. Diese Form der Geldwäsche erhöht nicht nur die Profite der Täter, sondern erschwert es den Behörden auch, die tatsächlichen finanziellen Dimensionen des Geschäfts nachzuvollziehen.
Die Gesamtergebnisse der Ermittlungen werden von den beteiligten Stellen als Beleg dafür gewertet, dass grenzüberschreitend agierende Drogenhändler nur durch enge Kooperation von Polizei und Justiz verschiedener Staaten wirksam zu stoppen sind. Die direkte Kommunikation zwischen den beteiligten Polizeibehörden, der fortlaufende Austausch operativer Informationen und das abgestimmte Vorgehen bei Durchsuchungen und Sicherstellungen haben es ermöglicht, die Struktur der Organisation trotz ihrer Verteilung auf mehrere Länder im Detail zu rekonstruieren. Damit konnten Hierarchien, Rollen und Verantwortlichkeiten innerhalb der Gruppe deutlich herausgearbeitet werden.
Gleichzeitig betonen die Behörden, dass die nun vollzogenen Maßnahmen erst einen Zwischenschritt im gerichtlichen Verfahren darstellen. Die angeordneten Beschlüsse wurden in einem frühen Stadium des strafrechtlichen Verfahrens erlassen und erfolgen, bevor ein umfassender kontradiktorischer Prozess vor den zuständigen Gerichten in der Schweiz und in Italien stattgefunden hat. Für alle Beschuldigten gilt daher weiterhin die Unschuldsvermutung. Eine endgültige rechtliche Bewertung der Vorwürfe und eine mögliche Verurteilung können erst dann erfolgen, wenn rechtskräftige Urteile vorliegen und alle Verfahrensrechte ausgeschöpft sind.
Ungeachtet dessen sehen die beteiligten Ermittlungsbehörden in der Zerschlagung der Organisation einen wichtigen Schritt im Kampf gegen den internationalen Drogenhandel. Die Maßnahmen sollen nicht nur die konkrete Gruppe schwächen, sondern auch abschreckend auf ähnliche Strukturen wirken, die versuchen, grenzüberschreitende Handelsnetze aufzubauen und Gewinne aus dem Betäubungsmittelgeschäft über verschachtelte Finanzkonstruktionen zu verschleiern.
Ort des Geschehens
Land
Italien
Stadt
Ancona