Fusion Festival 2026: Zoll und Polizei ziehen Bilanz
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Fusion Festival 2026: Zoll und Polizei ziehen Bilanz

Erfasst am 29.06.2026

Das 27. Fusion Musikfestival im mecklenburgischen Lärz ist beendet, die Abreise der Besucherinnen und Besucher läuft auf Hochtouren. Polizeiinspektion Neubrandenburg, Bundespolizeiinspektion Stralsund und das Hauptzollamt Stralsund ziehen nun ein vorläufiges Fazit ihrer gemeinsamen Sicherheits- und Betäubungsmittelkontrollen rund um das Festivalgelände und die An- sowie Abreisewege. Die Bilanz zeigt: Trotz eines insgesamt geordneten Ablaufs bleiben Drogenkriminalität und Rauschmittel am Steuer zentrale Themen des Einsatzes. Das Fusion Festival zählt zu den größten Open-Air-Veranstaltungen Deutschlands und zieht jährlich Zehntausende Besucher in die Region zwischen Lärz und Neustrelitz.

Abreise und Polizeieinsatz im Überblick

Seit dem gestrigen Tag verlassen Tausende Festivalteilnehmer den Bereich um Lärz und Neustrelitz – mit Reisebussen, Fahrrädern, privaten Pkw und der Bahn. Wie schon bei der Anreise sind Landes- und Bundespolizei auch bei der Abfahrt im Einsatz, um einen reibungslosen Rückzug zu gewährleisten. Die Beamten kontrollieren dabei gezielt die Verkehrstauglichkeit der Ausreisenden und greifen ein, sobald Anzeichen für Drogenkonsum oder -besitz vorliegen. Rückblickend war der Einsatz für die unter Führung der Polizeiinspektion Neubrandenburg agierenden Kräfte wettertechnisch der heißeste, den sie jemals bei einem Fusion Festival absolviert haben. Extreme Temperaturen erschwerten die Arbeit an den Kontrollstellen zusätzlich.

An festen und mobilen Kontrollstellen rund um das Gelände registrierten die Beamten seit Dienstagabend insgesamt 48 Feststellungen, bei denen Personen unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln am Steuer saßen. Die Polizei betont ausdrücklich: Jeder einzelne Fall ist einer zu viel. Deshalb lag das Hauptaugenmerk auf der Prüfung und Sicherstellung der Verkehrstauglichkeit während An- und Abreise. Neben diesen Verkehrsdelikten nahm die Polizei unter anderem acht Anzeigen wegen Besitzes oder Handels mit Drogen auf.

Unterbrechung wegen Brand und Zwischenfälle auf dem Gelände

Am Donnerstagabend musste das Festival in Abstimmung mit den Sicherheitskräften des Veranstalters, dem Ordnungsamt und der Polizei für rund zweieinhalb Stunden unterbrochen werden. Auslöser war ein Brand in der angrenzenden Natur, den die Feuerwehr schnell unter Kontrolle brachte. Sämtliche Gäste wurden auf die Landebahnen evakuiert, während die Polizei kontrollierte, ob alle den kritischen Bereich verlassen hatten.

Während sich die meisten Teilnehmer in Sicherheit brachten, nutzten nach Angaben der Behörden einige die Situation aus: Sie beschmierten die Plane einer mobilen Polizeiwache von außen mit Graffiti. Als eine Polizistin die Taten unterbinden und per Video als Beweis sichern wollte, wurde sie von einer Person körperlich angegriffen und leicht verletzt. Ermittlungen laufen, die gesicherten Aufnahmen werden ausgewertet. Anzeigen wegen Sachbeschädigung und tätlichem Angriff auf Vollstreckungsbeamte wurden aufgenommen. Der Sachschaden liegt bei etwa 500 Euro.

Bundespolizei am Bahnhof Neustrelitz

Im Bereich des Bahnhofs Neustrelitz war mit Beginn des Festivals die Bundespolizeiinspektion Stralsund im Einsatz. Schwerpunkt war die sichere An- und Abreise der Festivalgäste am Hauptbahnhof. Rund 70 Beamtinnen und Beamte waren dort tätig. Insgesamt ziehen die Einsatzkräfte eine positive Bilanz im Bahnbereich.

Knapp 12.000 Festivalbesucher reisten zum Eventwochenende mit Zügen der Deutschen Bahn an; bis zum Mittag des Abreisetages hatten rund 7.800 Personen den Rückweg angetreten. Gegenüber dem Vorjahr stieg die Zahl der Reisenden deutlich an. Der Bahnhof Neustrelitz fungierte dabei als zentraler Knotenpunkt für An- und Abreise und erforderte ein verstärktes Polizeiaufgebot. Wie im Vorfeld angekündigt, fanden während des gesamten Einsatzzeitraums stichprobenartige und anlassbezogene Kontrollen statt. Dabei stellten die Beamten zehn Straftaten und eine Ordnungswidrigkeit fest – überwiegend Delikte nach dem Betäubungsmittelgesetz. Die Feststellungen betrafen sowohl den Besitz als auch den Handel mit illegalen Substanzen.

Unter anderem wurden Ecstasy-Tabletten, Kokain und Amphetamine sichergestellt. Zudem wurde ein kolumbianischer Staatsangehöriger festgestellt, der sich unerlaubt in Deutschland aufhielt. Die Sicherheit der Bahnreisenden war in enger Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn jederzeit gewährleistet. Trotz mehrerer Zugausfälle im Fernverkehr konnte die Abreise gesichert werden. Die Bahn setzte sieben Sonderzüge ein, um den Rückreiseverkehr zu entzerren.

Hauptzollamt mit Spürhunden und Röntgentechnik

Während der Hauptanreisetage unterstützten Kräfte des Hauptzollamtes Stralsund die Kontrollen der Landespolizei – unter anderem mit speziell ausgebildeten Drogenspürhunden. Das Fusion Festival zieht aufgrund seines vielfältigen Programms und der Lage in Mecklenburg-Vorpommern auch viele Besucher aus dem europäischen Umland an, darunter Reisende aus Skandinavien, Polen und den Benelux-Staaten. Das Hauptzollamt beteiligte sich daher in zwei Einsatzabschnitten an der Überprüfung des Anreiseverkehrs und konzentrierte sich auf Fahrzeuge und Gepäckstücke mit Verdacht auf Schmuggel oder unerlaubten Drogenbesitz.

Ziel war die Verhinderung, Feststellung und Verfolgung von Straftaten und Ordnungswidrigkeiten im Bereich der Verbote und Beschränkungen – insbesondere das unerlaubte Mitbringen verbotener Substanzen. Neben Drogenspürhunden kam Röntgentechnik zum Einsatz. Wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz und das Konsumcannabisgesetz wurden insgesamt 24 Strafverfahren eingeleitet.

Sichergestellte Substanzen im Überblick

  • Ecstasy und Amphetamin
  • Kokain und weitere psychoaktive Substanzen
  • Psilocybinhaltige Pilze, LSD und Ketamin
  • Haschisch und Marihuana

Einige Aufgriffe bestanden aus einem bunten Mix unterschiedlichster Betäubungsmittel. Die Vielfalt der sichergestellten Substanzen spiegelt nach Einschätzung der Behörden das breite Spektrum illegaler Drogen wider, die auf Großveranstaltungen immer wieder aufgetreten werden. Der Zoll weist zugleich ausdrücklich darauf hin, dass auch mit Inkrafttreten des Konsumcannabisgesetzes zum 1. April 2024 das Mitbringen von Cannabis in allen Formen aus dem Ausland weiterhin verboten bleibt. Besucher aus dem europäischen Ausland dürfen daher weder Haschisch noch Marihuana über die Grenze mitführen. Rückfragen zu den Einsätzen richten sich an das Hauptzollamt Stralsund.

Klara Ivanovich (KI)
Klara Ivanovich (KI)

KI-gestützte Redaktion mit Schwerpunkt Drogenrazzien und kriminalpolizeiliche Lageberichte. Das Modell wurde auf umfangreichen Sammlungen von Polizeimeldungen, Staatsanwaltschafts-Kommunikation und Gerichtsberichten trainiert und hat sehr viele Artikel zu Durchsuchungen, Festnahmen, Beschlagnahmen und Ermittlungsverfahren verarbeitet. Die Berichterstattung bleibt nah an offiziellen Quellen, arbeitet Zusammenhänge transparent auf und vermeidet spekulative Wertungen.

Ort des Geschehens

Land Deutschland
Stadt Lärz