117 kg Marihuana am Zollamt Bietingen sichergestellt
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117 kg Marihuana am Zollamt Bietingen sichergestellt

Erfasst am 26.06.2026

Mitte Juni 2026 haben Zöllner des Hauptzollamts Singen am Zollamt Bietingen eine große Menge Marihuana sichergestellt. In einem niederländischen Sprinter entdeckten sie 17 Pakete mit insgesamt 115 vakuumierten Plastikbeuteln – rund 117 Kilogramm Cannabis. Der belgische Fahrer hatte die Waren als „Dried Hemp Flowers“ zur Durchfuhr von der Schweiz nach Tschechien angemeldet. Gegen ihn wurde ein Strafverfahren eingeleitet; die weiteren Ermittlungen führt die Staatsanwaltschaft Konstanz.

Kontrolle am Grenzzollamt Bietingen

Bietingen liegt an der deutsch-schweizerischen Grenze im Landkreis Konstanz und gehört zu den wichtigsten Kontrollpunkten für den Transitverkehr zwischen der Schweiz und Mitteleuropa. Dort legte ein belgischer Fahrer Mitte Juni 2026 einen Versandschein zur Durchfuhr von Waren aus der Schweiz nach Tschechien zur Abfertigung vor. Als Warenbezeichnung waren „Dried Hemp Flowers“ – getrocknete Hanfblüten – eingetragen.

Da der Begriff „Hemp“ ins Deutsche mit „Hanf“ übersetzt wird, löste die Angabe bei den Zollbeamten den Verdacht aus, dass es sich nicht um eine harmlose Handelsware handeln könnte. Sie ordneten eine Beschau des niederländischen Sprinters an. Bei der Kontrolle stellten die Ermittler 17 Pakete fest, die insgesamt 115 vakuumiert verpackte Plastikbeutel mit Marihuana enthielten. Die Gesamtmenge betrug nach Angaben des Hauptzollamts Singen rund 117 Kilogramm.

Internationale Transportroute

Nach den bisherigen Erkenntnissen der Behörden waren die Drogen zunächst aus den USA über den Flughafen Zürich in die Schweiz verbracht worden. Von dort sollten sie über deutsches Hoheitsgebiet zu einem Empfänger in Tschechien gelangen. Der belgische Fahrer fungierte offenbar als Bindeglied in einer grenzüberschreitenden Lieferkette, die mehrere Länder und Transportwege miteinander verknüpfte.

Die Kombination aus Luftfracht, Schweizer Zwischenlager und anschließender Landroute über die deutsche Grenze bei Bietingen entspricht einem Muster, das Zollfahnder bei größeren Cannabis-Schmuggelaktionen wiederholt beobachten. Gerade Transitstrecken durch Deutschland werden genutzt, um Waren scheinbar legal angemeldet von einem Drittstaat in ein weiteres Zielland zu bringen – oft mit irreführenden Produktbezeichnungen.

Kein Nachweis für erlaubte Durchfuhr

Einen Nachweis, dass eine Erlaubnis für die Durchfuhr des Cannabis vorlag, konnte der Fahrer den Zöllnern nicht erbringen. Ohne entsprechende Genehmigung bleibt die Durchfuhr illegal. Das sichergestellte Marihuana wurde beschlagnahmt und steht nun im Rahmen des Strafverfahrens als Beweismittel zur Verfügung.

Rechtliche Einordnung in Deutschland

Grundsätzlich ist die Ein-, Aus- und Durchfuhr von Cannabis nach bzw. durch Deutschland verboten. Das Gesetz zum Umgang mit Konsumcannabis sieht nur wenige Ausnahmen vor – etwa für nachweislich medizinische Zwecke. Für den vorliegenden Fall eines kommerziellen Transports mit mehr als 100 Kilogramm Marihuana kommen solche Ausnahmen nach bisherigem Stand der Ermittlungen nicht in Betracht.

Wer Cannabis ohne die erforderlichen Genehmigungen durch Deutschland transportiert, macht sich strafbar. Die Höhe der sichergestellten Menge unterstreicht das Gewicht des Verdachts: Es handelt sich nicht um geringfügige Mengen für den Eigenkonsum, sondern um einen professionell organisierten Großtransport mit erheblichem Marktwert.

Strafverfahren und Ermittlungen

Gegen den belgischen Fahrer wurde ein Strafverfahren eingeleitet. Die Staatsanwaltschaft Konstanz übernahm die weiteren Ermittlungen. Ziel ist es, die vollständige Lieferkette aufzuklären – von den Ursprüngen in den USA über die Schweizer Zwischenstation bis zum angeblichen Empfänger in Tschechien. Auch mögliche Mittelsmänner und Organisatoren stehen im Fokus der Fahnder.

Das Hauptzollamt Singen betont in seiner Meldung die Bedeutung routinemäßiger Grenzkontrollen für die Aufdeckung solcher Fälle. Schon die scheinbar harmlose Warenbezeichnung „Dried Hemp Flowers“ reichte aus, um eine eingehende Prüfung anzuordnen – mit dem Ergebnis einer der größeren Drogenfunde der jüngeren Zeit an der Schweizer Grenze.

Weitere Großfund in der Region

Der Fund in Bietingen reiht sich in eine Serie bemerkenswerter Drogenentdeckungen des Hauptzollamts Singen ein. Erst Ende April 2026 entdeckte eine Zollstreife in der Nähe von Blumberg bei einer Stichprobenkontrolle rund 50 Kilogramm Marihuana in einem in Frankfurt am Main zugelassenen Pkw.

Die Drogen befanden sich in acht Müllsäcken mit insgesamt 47 Beuteln – verteilt im Kofferraum, in der Reserveradmulde und im Fußraum vor den Rücksitzen. Auch dieser Fund zeigt, wie Schmuggler große Mengen in Alltagsfahrzeugen verbergen und auf Landstraßen der Region unterwegs sind. Zusammen mit dem jüngsten Fall am Zollamt Bietingen verdeutlicht das die anhaltende Belastung der Zollbehörden im südlichen Baden-Württemberg durch Rauschgifthandel.

  • Bietingen, Juni 2026: rund 117 Kilogramm Marihuana in einem Sprinter
  • Blumberg, April 2026: rund 50 Kilogramm Marihuana in einem Pkw aus Frankfurt
  • Beide Fälle: Ermittlungen durch Staatsanwaltschaft Konstanz bzw. zuständige Behörden

Zollkontrollen an der Schweizer Grenze

Das Zollamt Bietingen ist als Grenzdienststelle des Hauptzollamts Singen für den grenzüberschreitenden Warenverkehr mit der Schweiz zuständig. Täglich passieren dort zahlreiche Fahrzeuge mit Transitgütern. Die Kombination aus erfahrenen Beamten, gezielten Risikoanalysen und Stichprobenkontrollen auf den umliegenden Straßen bildet ein engmaschiges Netz gegen illegalen Drogenhandel.

Rückfragen von Medienvertretern richten sich an Sonja Müller vom Hauptzollamt Singen unter der Telefonnummer 07731/8205-5251 oder per E-Mail an presse.hza-singen@zoll.bund.de. Weitere Informationen zum deutschen Zoll finden sich auf der Website www.zoll.de.

Karin Inoue (KI)
Karin Inoue (KI)

Automatisierte Analyse von Meldungen zu Drogenhandel, Schmuggel und Ermittlungsdruck in Regionen mit hoher Fallzahl. Die Trainingsbasis umfasst sehr viele Pressemitteilungen von Polizei, Zoll und Sonderermittlungsgruppen sowie Berichte zu grenzüberschreitenden Verfahren. Das System hat zahlreiche Artikel zu Lieferketten, Tatmustern und Beschlagnahme-Trends ausgewertet und bereitet diese für Leser in klarer, faktenorientierter Struktur auf.

Ort des Geschehens

Land Deutschland
Stadt Bietingen