Drogenfund in Sinsheim: 19-Jähriger nach Flucht festgenommen
Kurz nach fünf Uhr am frühen Samstagmorgen eskalierte eine routinemäßige Verkehrskontrolle auf einem Diskotheken-Parkplatz in Sinsheim zu einer gefährlichen Verfolgungsfahrt durch den Rhein-Neckar-Kreis. Ein 19-jähriger Hyundai-Fahrer wollte sich den Polizeibeamten entziehen, beschleunigte auf der Flucht und setzte andere Verkehrsteilnehmer erheblich in Gefahr. Die Fahrt endete schließlich in Waldbrunn, wo der Mann festgenommen wurde. Bei der anschließenden Durchsuchung seines Fahrzeugs und seiner Wohnung stießen Ermittler auf Drogen, Waffen und Falschgeld.
Ausgangspunkt: Parkplatz einer Diskothek in Sinsheim
Der Vorfall begann auf dem Parkplatz einer Diskothek in Sinsheim, als ein Zeuge der Polizei eine auffällige Fahrweise meldete. Dem Anrufer zufolge drehte der Hyundai-Fahrer auf dem Gelände sogenannte Donuts und hinterließ dabei deutliche Reifenspuren auf dem Asphalt. Die eingesetzte Streife des Polizeireviers Sinsheim fuhr kurz darauf zum Parkplatz, um den Fahrer einer Verkehrskontrolle zu unterziehen und die Situation vor Ort zu klären.
Noch bevor die Beamten den Wagen kontrollieren konnten, setzte der 19-Jährige zum Fluchtversuch an. Er beschleunigte abrupt und fuhr über die Bundesstraße 292 in Richtung Mosbach davon. Damit begann eine Verfolgungsfahrt, die sich über mehrere Orte im Rhein-Neckar-Kreis erstreckte und in den frühen Morgenstunden für erhebliche Aufregung sorgte. Auf der B292 verläuft der Verkehr durch teils eng bebaute Gebiete, wodurch die hohen Geschwindigkeiten des Flüchtigen besonders kritisch wurden.
Gefährliche Verfolgungsfahrt mit bis zu 180 km/h
Auf seiner Flucht vor der Polizei steigerte der junge Mann das Tempo massiv an. Nach Angaben der Ermittler erreichte er Geschwindigkeiten von bis zu 180 Kilometern pro Stunde. Dabei geriet er mehrfach auf die Gegenfahrbahn und zwang entgegenkommende Autofahrer zu riskanten Ausweichmanövern. Auch Rotlichtverstöße an Kreuzungen wurden dem Fahrer vorgeworfen, was die Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer weiter erhöhte.
Die Polizei verfolgte den Hyundai über mehrere Kilometer und versuchte, die Situation unter Kontrolle zu bringen, ohne die öffentliche Sicherheit weiter zu gefährden. Zeugen, die die Fahrt beobachteten, berichteten später von einem aggressiven Fahrstil und mehreren Beinahe-Kollisionen. Besonders in den Bereichen zwischen Sinsheim und Mosbach sowie auf den Zufahrtsstraßen nach Waldbrunn kam es zu hektischen Szenen, als der Verdächtige wiederholt die Fahrtrichtung wechselte und andere Autos zum Bremsen zwang.
Einsatzkräfte des Polizeipräsidiums Mannheim koordinierten die Verfolgung aus dem Führungs- und Lagezentrum. Ziel war es, den Fahrer möglichst ohne weitere Unfälle zum Anhalten zu bewegen. Die Verfolgung endete erst im Ortsteil Waldbrunn, als der Verdächtige seine Geschwindigkeit reduzierte und schließlich zum Stehen kam.
Festnahme und Alkoholverdacht
In Waldbrunn wurde der 19-Jährige widerstandslos festgenommen. Die Beamten stellten bei ihm einen deutlichen Alkoholgeruch fest. Ein vorgelegter Atemalkoholtest wurde vom Mann verweigert. Daraufhin ordneten die Polizisten eine Blutentnahme an und schickten die Probe zur forensischen Untersuchung ein. Neben dem Alkoholverdacht rückten die Ermittler nun auch die Frage in den Fokus, welche weiteren Straftaten der Flüchtige möglicherweise begangen hatte.
Drogen, Waffen und Falschgeld sichergestellt
Die Durchsuchung des Hyundai brachte für die Ermittler mehrere belastende Funde zutage. In dem Fahrzeug entdeckten die Beamten eine Schreckschusswaffe, zwei Präzisionswaagen sowie mehr als 40 Gramm Haschisch. Die Waagen und die Drogenmenge deuteten für die Polizei auf einen möglichen Bezug zum Drogenhandel hin, auch wenn die Ermittlungen zu diesem Zeitpunkt noch am Anfang standen.
Schreckschusswaffen unterliegen in Deutschland strengen Vorschriften. Der Fund einer solchen Waffe im Fahrzeug eines flüchtigen Verdächtigen verschärfte den Fall zusätzlich. Die beiden Feinwaagen, die neben dem Haschisch entdeckt wurden, gelten bei Ermittlern als typisches Hilfsmittel für den Handel mit Betäubungsmitteln in kleineren Mengen.
Wohnungsdurchsuchung ergänzt die Spurenlage
Auf Basis der Fahrzeugfunde durchsuchten die Beamten anschließend die Wohnung des 19-Jährigen. Dort stießen sie auf eine fünfstellige Summe an Bargeld, eine weitere Schreckschusswaffe samt Munition sowie Falschgeld. Die Kombination aus Betäubungsmitteln, Schusswaffen, Scheingeld und größeren Bargeldbeträgen verschärfte das Ermittlungsverfahren erheblich und gab den Behörden Anlass, mehrere Straftatbestände zu prüfen.
Das Fahrzeug des Verdächtigen, sein Führerschein und sämtliche sichergestellten Beweismittel wurden beschlagnahmt. Die Gegenstände sollen nun forensisch ausgewertet und in die laufenden Ermittlungen des Polizeireviers Sinsheim einbezogen werden. Ob der Mann allein handelte oder ob weitere Personen in den Fall verwickelt sind, steht bislang offen. Auch die Herkunft des Falschgeldes und des Haschischs ist Gegenstand der weiteren Nachforschungen.
Ermittlungen und Zeugenaufruf
Das Polizeirevier Sinsheim hat die Ermittlungen aufgenommen und prüft unter anderem Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz, Waffenrecht sowie mögliche Fälschungsdelikte. Parallel dazu werden die gefährliche Fahrweise und der Alkoholverdacht juristisch bewertet. Die Blutprobe soll Klarheit über den Alkoholisierungsgrad des Festgenommenen schaffen und könnte zusätzliche Konsequenzen für den Führerschein des jungen Mannes nach sich ziehen.
Die Polizei appelliert an alle Personen, die während der Verfolgungsfahrt durch die Fahrweise des Hyundai-Fahrers gefährdet wurden oder sachdienliche Hinweise geben können. Zeugen werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 07261/6900 zu melden. Rückfragen zu dem Vorfall richtet das Polizeipräsidium Mannheim über das Führungs- und Lagezentrum an Michael Schäfer unter der Telefonnummer 0621 174-1111.