BAO SuSi: Polizei bekämpft auch Drogenkriminalität
Seit dem 1. Juni 2026 steuert die Polizeidirektion Bad Segeberg die Besondere Aufbauorganisation (BAO) „SuSi“ – kurz für subjektive Sicherheit. Die Maßnahme richtet sich an die Landkreise Segeberg und Pinneberg und reagiert auf Beschwerden aus der Bevölkerung über einen empfundenen Verfall der Innenstädte. Ziel ist es, das Sicherheitsgefühl vor Ort nachhaltig zu stärken und öffentlich wahrnehmbare Kriminalität konsequent zurückzudrängen.
Schwerpunkte der BAO „SuSi“
In den vergangenen Monaten haben die Polizeireviere beider Landkreise im Rahmen der BAO vermehrt Kontrollen und Einsätze durchgeführt. Im Fokus standen dabei der öffentliche Personennahverkehr sowie die Deliktsbereiche Taschendiebstahl, Betäubungsmittelkriminalität, illegales Glücksspiel und unerlaubter Waffenbesitz. Die Bekämpfung von Drogenkriminalität ist damit ausdrücklich Teil des operativen Auftrags. Parallel wurde die Zusammenarbeit mit kriminalpräventiven Räten regional intensiviert, um Hinweise aus dem Umfeld früher aufzunehmen und Ermittlungen enger zu verzahnen.
Die Direktion betont, dass gerade Delikte, die im Stadtbild sichtbar werden, Unbehagen auslösen können. Erhöhte Präsenz an zentralen Orten, bessere Ansprechbarkeit und eine engere Vernetzung der Ermittlungsarbeit sollen solche Beeinträchtigungen der öffentlichen Sicherheit zeitnah und effizient eindämmen. Dazu gehören auch gezielte Kontrollen, bei denen Hinweise auf den Handel mit Betäubungsmitteln und damit verbundene Begleitkriminalität geprüft werden.
Schwerpunkteinsatz gegen Eigentumskriminalität
Vom 6. bis 10. Juli 2026 führten die Brennpunktdienste der Polizeireviere Norderstedt, Pinneberg und Kaltenkirchen einen Schwerpunkteinsatz zur Bekämpfung der Eigentumskriminalität in Verbrauchermärkten der Kreise Segeberg und Pinneberg durch. Im Laufe der Einsatzwoche gewannen die Kräfte wichtige Erkenntnisse zu regionalen Täterstrukturen und erzielten Festnahmen diverser Tatverdächtiger. Die Ergebnisse fließen in die weitere Arbeit der BAO ein und zeigen, wie sichtbare Präsenz und fokussierte Ermittlung Hand in Hand gehen.
Solche Maßnahmen stehen beispielhaft für den Ansatz von „SuSi“: nicht nur reagieren, wenn Straftaten bereits öffentlich diskutiert werden, sondern frühzeitig Strukturen erkennen und unterbrechen. Dabei bleibt die Betäubungsmittelkriminalität ein fester Bestandteil der Lagebilder, weil Drogenhandel und -konsum im öffentlichen Raum häufig mit anderen Delikten zusammentreffen und das subjektive Sicherheitsempfinden besonders stark belasten.
Hinweise aus der Bevölkerung führen zu Festnahme
Ende Juli 2026 konnte in Elmshorn ein Ermittlungserfolg erzielt werden, der auf Hinweise aus der Bevölkerung zurückging. Zwischen dem 25. und dem 29. Juli kam es in der Innenstadt zu zwei Einbrüchen in ein Fahrradgeschäft. Die Täter entwendeten mehrere E-Bikes. Die Polizei bat öffentlich um Hinweise und nahm schließlich einen dringend Tatverdächtigen fest; ein Richter ordnete Untersuchungshaft an. Der Fall unterstreicht, wie eng die BAO auf Bürgerbeteiligung setzt und wie schnell aus konkreten Meldungen Ermittlungserfolge entstehen können.
Für die Direktion ist dieser Ablauf ein Beleg dafür, dass erhöhte Sichtbarkeit und offene Kommunikationswege die Hemmschwelle senken, Beobachtungen zu melden. Das gilt nicht nur für Einbrüche und Diebstähle, sondern auch für Hinweise auf Drogenhandel, Übergaben oder verdächtige Treffpunkte im Stadtgebiet. Die BAO will genau diese Informationswege weiter ausbauen.
Sachbeschädigung in Barmstedt
Ein weiteres Beispiel betrifft die Barmstedter Innenstadt: Vom 27. auf den 28. Juli 2026 randalierten Unbekannte, zerstörten Fensterscheiben mit einem Stein, warfen eine Mülltonne und ein Verkehrsschild um und rissen Blumen aus Kübeln. Im näheren Umfeld stellten Polizeibeamte zwei Jugendliche und leiteten ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Sachbeschädigung ein. Ob die Jugendlichen mit den Taten in Zusammenhang stehen, ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen.
Solche Vorfälle im Kernbereich der Städte sind aus Sicht der Polizei besonders geeignet, Unsicherheit zu erzeugen. Die BAO „SuSi“ setzt deshalb darauf, an relevanten Orten präsent zu sein, Ordnungsstörungen früh zu unterbrechen und parallel die schwerwiegenderen Deliktsfelder – darunter die Betäubungsmittelkriminalität – konsequent zu bearbeiten.
Drogenbekämpfung im Gesamtkonzept
Obwohl die Zwischenmeldung konkrete Einzelfälle aus den Bereichen Eigentum und Sachbeschädigung hervorhebt, bleibt die Bekämpfung der Betäubungsmittelkriminalität ein fest benannter Schwerpunkt der BAO. Kontrollen im ÖPNV und Einsätze in den Innenstädten dienen auch dazu, den Handel mit Suchtstoffen zu erschweren, Übergabepunkte zu stören und Begleitdelikte wie Waffenbesitz oder illegales Glücksspiel aufzudecken. Die Polizeidirektion Bad Segeberg beschreibt damit ein integriertes Lagebild: Sichtbare Alltagskriminalität und organisiertere Strukturen sollen gemeinsam angegangen werden.
Die Zusammenarbeit mit kriminalpräventiven Räten soll helfen, lokale Hotspots früher zu erkennen. Wo Nachbarschaften Unruhe melden, wo sich Treffpunkte verfestigen oder wo Hinweise auf Drogenhandel auftauchen, sollen Einsatzkräfte und Prävention enger abgestimmt reagieren. Die BAO versteht sich als dauerhafte Organisationsform, nicht als einmalige Aktion.
- Erhöhte Präsenz in Innenstädten und am ÖPNV
- Kontrollen gegen Taschendiebstahl, Betäubungsmittelkriminalität, illegales Glücksspiel und unerlaubten Waffenbesitz
- Vernetzung mit kriminalpräventiven Räten und intensivere Bürgerkommunikation
- Regelmäßige Zwischenmeldungen zu Maßnahmen und Entwicklung
Die Polizeidirektion Bad Segeberg kündigt an, weiterhin in unregelmäßigen Abständen über die getroffenen Maßnahmen und die Entwicklung der BAO „SuSi“ zu berichten. Für Rückfragen steht die Pressestelle unter Leitung von Niklas Stäß in Bad Segeberg zur Verfügung. Mit der ersten Zwischenmeldung macht die Direktion deutlich, dass subjektive Sicherheit und die Bekämpfung von Betäubungsmittelkriminalität für sie keine Gegensätze sind, sondern Teile derselben Strategie: mehr Sichtbarkeit, schnellere Ermittlungen und ein spürbarer Rückgang öffentlich wahrnehmbarer Kriminalität in Segeberg und Pinneberg.