Kokain & Cannabis: Kontrolle in Waiblingen
Das Polizeipräsidium Aalen hat einen umfangreichen Sammelbericht über Vorkommnisse im Rems-Murr-Kreis veröffentlicht. Der Landkreis östlich von Stuttgart zählt zu den dicht besiedelten Regionen Baden-Württembergs, in der Polizei und Feuerwehr täglich zahlreiche Einsätze abwickeln. Die aktuelle Meldung bündelt Vorfälle aus Murrhardt, Kirchberg an der Murr, Spiegelberg, Fellbach, Schorndorf und Winnenden sowie zwei Vorkommnisse aus Waiblingen – darunter eine Kontrollaktion, bei der Betäubungsmitteldelikte im Mittelpunkt standen.
Die einzelnen Einsätze reichen von Verkehrsunfällen und Einbruchsversuchen über Betrugsdelikte bis hin zur gezielten Überprüfung im öffentlichen Personennahverkehr. Sie verdeutlichen, wie breit das Aufgabenspektrum der zuständigen Revierdienststellen in nur wenigen Tagen ausfallen kann.
Murrhardt: Alkoholisiert auf dem Fahrrad
In Murrhardt fiel am Mittwochabend gegen 20:10 Uhr ein 37-jähriger Fahrradfahrer einer Polizeistreife in der Grabenstraße auf, weil er während der Fahrt eine Bierdose in der Hand hielt. Bei der anschließenden Verkehrskontrolle ergab ein Atemalkoholtest einen Wert von etwa 1,6 Promille. Der Mann musste sich einer Blutentnahme unterziehen und muss mit einer Anzeige rechnen.
Einbruchsversuch und Betrug im Kreis
In Kirchberg an der Murr versuchten unbekannte Täter am Mittwoch, gewaltsam über den Keller Zutritt zu einem Haus in der Königsberger Straße zu erlangen. Die Kellertür hielt stand, die Täter flüchteten unerkannt und hinterließen einen Sachschaden von etwa 100 Euro. Zeugenhinweise nimmt das Polizeirevier Backnang unter der Rufnummer 07191 9090 entgegen.
In Spiegelberg wurde am Dienstagnachmittag eine Frau Opfer eines Betrugs über eine Phishing-Mail. Nach dem Anklicken eines Links glaubte sie, ihre Bank zu kontaktieren, und gab sensible Daten preis. Die unbekannten Täter griffen daraufhin aus der Ferne auf ihren Computer zu und veranlassten betrügerische Überweisungen in Höhe eines hohen fünfstelligen Eurobetrags. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen.
Die Polizei rät angesichts zunehmender Phishing-Angriffe zu besonderer Vorsicht bei E-Mails mit direkten Links und empfiehlt folgende Schutzmaßnahmen:
- Misstrauisch sein, wenn per Mail direkt ein Link zugeschickt wird, und stattdessen offizielle Internetportale über die Originalseite aufrufen.
- Adressleisten im Browser prüfen und bei Abweichungen von der originalen Internetadresse vorsichtig sein.
- Vertrauliche Daten grundsätzlich nicht per E-Mail oder Telefon an Kreditinstitute übermitteln, sondern bei Unsicherheit direkt die Bank kontaktieren.
- Programme nicht direkt über E-Mail herunterladen und persönliche Angaben nur bei gewohntem Ablauf innerhalb der Website machen.
Mehrere Verkehrsunfälle in Fellbach und Schorndorf
In Fellbach ereignete sich am Mittwochabend gegen 18:45 Uhr in der Stuttgarter Straße kurz vor dem Stadttunnel ein Unfall mit einem Gesamtschaden von etwa 7.500 Euro. Ein 54-jähriger Toyota-Fahrer wechselte trotz durchgezogener Fahrspurbegrenzung die Spur und übersah dabei den VW Golf eines 18-Jährigen. Verletzt wurde niemand.
Ebenfalls in Fellbach kam es am Mittwochnachmittag gegen 13:30 Uhr zu einem Zusammenstoß zweier Lastwagen. Ein 73-jähriger LKW-Fahrer wollte von der Eberhardstraße links auf die Schorndorfer Straße einfahren, während ein 52-jähriger Kollege auf der Stuttgarter Straße bei Rotlicht fuhr. Beide Fahrzeuge kollidierten im Bereich der Zusammenführung der Fahrspuren. Der Sachschaden beträgt rund 13.500 Euro, Personen wurden nicht verletzt.
In Schorndorf verlor eine 70-jährige Suzuki-Fahrerin am Mittwochabend aufgrund eines Schwindelanfalls kurzzeitig die Kontrolle über ihr Fahrzeug. In der Göppinger Straße kam sie nach links von der Fahrbahn ab und prallte gegen einen Betonpfosten. Die Frau wurde leicht verletzt, der entstandene Schaden liegt bei etwa 10.000 Euro.
Brand, Steinewurf und Radunfall
Am frühen Donnerstagmorgen geriet in Winnenden auf dem Gewann „Hinter dem Stöckach“ nördlich der Südumgehung (L1140) eine Gartenhütte aus noch ungeklärter Ursache in Brand. Polizei und Feuerwehr waren im Einsatz. Der Sachschaden beläuft sich auf etwa 8.000 Euro, Verletzte gab es nicht. Das Polizeirevier Winnenden ermittelt zur Brandursache.
In Waiblingen wurde am 19. August gegen 20:50 Uhr eine 16-jährige E-Scooter-Fahrerin auf dem Alten Postplatz von Unbekannten mit Steinen beworfen, als sie auf dem Radweg fuhr. Ein Stein traf sie an der Hüfte und verletzte sie leicht. Das Polizeirevier Waiblingen sucht Zeugen und nimmt Hinweise unter 07151 9500 entgegen.
In Winnenden missachtete am 19. August gegen 16:00 Uhr ein 59-jähriger Haibike-E-Bike-Fahrer am Radweg Seehaldenweg die Vorfahrt eines 20-jährigen Dreiradfahrers. Beide kollidierten. Der 59-Jährige wurde schwer verletzt und in ein Krankenhaus gebracht, der Jüngere erlitt leichte Verletzungen. Der Sachschaden beträgt rund 1.200 Euro.
Kontrollaktion in Waiblingen: Kokain und Cannabis im Fokus
Am 19. August führte das Polizeirevier Waiblingen eine umfangreiche Kontrollaktion durch. Zivile und uniformierte Beamte kontrollierten den öffentlichen Personennahverkehr im Bereich Waiblingen und Weinstadt. Im Anschluss folgten weitere Personen- und Fahrzeugkontrollen vor allem im innerstädtischen Gebiet von Waiblingen.
Insgesamt wurden 65 Personenkontrollen und 16 Fahrzeugkontrollen durchgeführt. Im Zuge der Aktion leiteten die Beamten acht Strafverfahren ein. Neben Verstößen wegen Trunkenheit im Verkehr und Hehlerei wurden insbesondere Delikte im Zusammenhang mit Betäubungsmitteln festgestellt: Mehrere Verfahren betrafen den Besitz von Kokain sowie Verstöße gegen das Konsumcannabisgesetz, das seit der Cannabislegalisierung in Deutschland neue Regeln für den Umgang mit Cannabis im privaten Bereich festlegt.
Die Kombination aus zivilen und uniformierten Kräften im ÖPNV und anschließenden Kontrollen im Stadtgebiet zielt darauf ab, Straftaten frühzeitig zu erkennen und zu ahnden. Dass bei einer einzigen Aktion gleich mehrere Betäubungsmittelverfahren anfallen, unterstreicht nach Einschätzung der Behörden die anhaltende Relevanz der Drogenbekämpfung auch in mittelgroßen Städten wie Waiblingen und Weinstadt.